Rechtliche Grundlagen im Sicherheitsdienst – Was Unternehmen wissen müssen

Welche gesetzlichen Vorschriften gelten für Sicherheitsdienste in Deutschland? Ein Überblick über §34a GewO, Bewacher-ID, Haftung, Bewaffnung und rechtliche Anforderungen für Auftraggeber.

2/12/20261 min read

Rechtliche Grundlagen im Sicherheitsdienst – Was Unternehmen wissen sollten

Sicherheitsdienstleistungen unterliegen in Deutschland klaren gesetzlichen Regelungen.
Für Auftraggeber ist es wichtig zu wissen, welche rechtlichen Voraussetzungen ein Sicherheitsunternehmen erfüllen muss und welche Pflichten bestehen.

Dieser Überblick zeigt die wichtigsten rechtlichen Grundlagen im Sicherheitsdienst.

1. §34a Gewerbeordnung (GewO)

Die zentrale gesetzliche Grundlage für Sicherheitsunternehmen ist der §34a der Gewerbeordnung.

Er regelt unter anderem:

  • Erlaubnispflicht für Sicherheitsunternehmen

  • Zuverlässigkeitsprüfung durch die Behörden

  • Qualifikationsanforderungen für Sicherheitsmitarbeiter

  • Sachkundeprüfung bei bestimmten Tätigkeiten

Ohne behördliche Erlaubnis darf kein Sicherheitsdienst tätig werden.

2. Sachkundeprüfung und Unterrichtung

Sicherheitsmitarbeiter müssen – je nach Einsatzbereich – folgende Qualifikationen nachweisen:

  • Unterrichtung nach §34a GewO

  • Sachkundeprüfung (z. B. bei Bewachung im öffentlichen Raum, Ladendetektiv, Türsteher etc.)

Diese Qualifikationen werden von der IHK abgenommen.

3. Bewacherregister & Bewacher-ID

Seit Einführung des bundesweiten Bewacherregisters müssen Sicherheitsmitarbeiter offiziell registriert sein.

Das bedeutet:

  • Jeder Mitarbeiter erhält eine Bewacher-ID

  • Die Zuverlässigkeit wird behördlich überprüft

  • Der Arbeitgeber meldet Einsätze korrekt an

Das erhöht Transparenz und Qualitätsstandards in der Branche.

4. Haftung im Sicherheitsdienst

Ein Sicherheitsunternehmen trägt Verantwortung für:

  • Pflichtverletzungen

  • fahrlässiges Verhalten

  • Schäden während des Einsatzes

Deshalb ist eine ausreichende Betriebshaftpflichtversicherung gesetzlich vorgeschrieben.

Für Auftraggeber ist es wichtig, nur mit ordnungsgemäß versicherten Unternehmen zusammenzuarbeiten.

5. Bewaffneter Sicherheitsdienst

Der Einsatz von Schusswaffen im Sicherheitsdienst ist in Deutschland streng reguliert.

Er ist nur zulässig:

  • mit behördlicher Genehmigung

  • mit spezieller Schulung

  • unter Einhaltung waffenrechtlicher Vorschriften

In den meisten Einsatzbereichen ist ein bewaffneter Dienst nicht erforderlich.

6. Datenschutz & Videoüberwachung

Beim Einsatz von Kameratechnik gelten die Vorschriften der DSGVO.

Das betrifft insbesondere:

  • Zweckbindung

  • Speicherfristen

  • Hinweispflichten

  • Zugriffsbeschränkungen

Sicherheitsmaßnahmen müssen immer im Einklang mit dem Datenschutzrecht stehen.

7. Rechte und Grenzen von Sicherheitsmitarbeitern

Sicherheitskräfte sind keine Polizeibeamten.

Sie dürfen:

  • Hausrecht ausüben

  • Personen des Geländes verweisen

  • im Rahmen des Jedermann-Festnahmerechts (§127 StPO) handeln

Sie dürfen jedoch keine hoheitlichen Maßnahmen durchführen.

Warum rechtliche Sicherheit wichtig ist

Ein professioneller Sicherheitsdienst arbeitet nicht nur organisatorisch sauber, sondern auch rechtlich einwandfrei.

Für Unternehmen bedeutet das:

  • Minimierung von Haftungsrisiken

  • Rechtssicherheit bei Einsätzen

  • Transparenz gegenüber Behörden

Fazit

Die rechtlichen Grundlagen im Sicherheitsdienst sind klar geregelt – von der Gewerbeerlaubnis bis zur Mitarbeiterqualifikation.

Für Auftraggeber empfiehlt es sich, ausschließlich mit qualifizierten und behördlich zugelassenen Sicherheitsunternehmen zusammenzuarbeiten.

Interner Link

  • „Sicherheitsdienst Aachen“

  • „Objektschutz“

  • „Baustellenbewachung“

  • „FAQ – Häufige Fragen“